Preisträger 2011


A New Beginning

| Preisträger "Bestes Jugendspiel" | Preisträger "Bestes Deutsches Spiel"

Daedalic Entertainment GmbH, Hamburg

Begründung der Fachjury "Bestes Jugendspiel"

Bei "A New Beginning" handelt es sich um ein klassisches, bereits mehrfach prämiertes Point&Click-Adventure, das sich durch seine spannende, tiefgründige und anspruchsvolle Geschichte von vergleichbaren Spielen abhebt. Die Story dreht sich um den Sohn eines Wissenschaftlers, der an einem Projekt zur Erzeugung sauberer Energieformen arbeitet. Von einer charmanten Besucherin aus der Zukunft erfährt er von einer drohenden Klimakatastrophe, die unweigerlich zur Ausrottung der Menschheit führen wird - die Zeit drängt also. Die "A New Beginning" hält die Spannung von Anfang bis zum Schluss, enthält stets logische und nachvollziehbare Rätsel und begeistert mit sorgfältig vertonten Dialogen und atmosphärischer Musik. Die handgezeichnete Comic-Grafik ist zwar nicht auf dem allerneuesten Stand der Technik (was insbesondere für die Animationen der Spielfiguren gilt), allerdings strotzen Hintergründe und Schauplätze nur so vor Details. Ohne pädagogischen Zeigefinger wird der Spieler mit den großen Zukunftsherausforderungen im Hinblick auf das Thema Energie konfrontiert und bestens unterhalten - ein Spiel, das Spaß macht und dennoch sensibilisiert. Nach "Edna bricht aus" und "The Whisped World" beweist der junge Hamburger Publisher Daedalic mit "A New Beginning" einmal mehr sein Gespür für packend erzählte Abenteuerspiele.


The Kore Gang

| Preisträger "Bestes Kinderspiel"

Pixonauts KG, Ulm

Begründung der Fachjury "Bestes Kinderspiel"

"The Kore Gang" belebt das fast schon müde und abgedroschene Genre des 3D-Jump'n'Runs mit echter Spiellust, viel Entdeckerfreude und jeder Menge erfrischender Ideen. Im Mittelpunkt tappen in liebevoll gestalteten, surrealen Welten äußerst skurrile Charaktere durch eine abenteuerliche und spannende Geschichte. Vor allem begeistern der Humor, die tollen Sprecher und die wirklich wunderbare Musik. "The Kore Gang" hat überdies den Vorteil, dass sowohl sechsjährige Kinder genauso viel Vergnügen wie 12jährige und sogar Erwachsene haben dürften. Spielerleben pur.


Galaxy on Fire 2

| Preisträger "Bestes Mobiles Spiel"

Fishlabs Entertainment GmbH, Hamburg

Begründung der Fachjury "Bestes Mobiles Spiel"

Galaxy on Fire 2 ist ein Weltraum-Spiel, dass sein Szenario ernst nimmt: dem Spieler wird eine große Freiheit gegeben. Zwar gibt es eine sehr gut erzählte Story, aber die dient nur als Anker für die Erforschung des Universums, in dem sich der Spieler frei bewegen kann. Der Raumschiffkampf ist ein grundlegender Mechanismus des Spiels, der Spieler kann aber Rohstoffe abbauen und Handel treiben. In Umfang und Ambition geht GoF2 weit über andere iPhone-Spiele hinaus und gilt auch international als Maßstab in seinem Genre. Vor allem beeindruckend ist dabei die technische Umsetzung der wirklich großartigen Grafik.


Energetika

| Preisträger "Bestes Serious Game"

Publisher und Ideengeber: DIALOGIK
Game Design und Game Development: takomat GmbH, Köln

Gefördert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Wissenschaftsjahres Energie.

Begründung der Fachjury "Bestes Serious Game"

Energetika ist ein Strategiespiel mit dem Kernthema Energiepolitik. In einem fiktiven Zukunftsstaat muss der Spieler durch den Bau von Kraftwerken, Forschung, Entwicklung und Informationspolitik für einen umweltverträglichen aber auch sozial und ökonomisch nachhaltigen Energiemix sorgen. Dabei müssen Ratschläge und Sorgen von Bürgern und Fachleuten berücksichtigt sowie langfristige Folgen des eigenen Handelns in die Entscheidungen mit einbezogen werden. Das Spiel ist kostenlos und im Browser spielbar. Explizit ist Energetika auch für den Einsatz im Schulunterricht konzipiert. Spielergebnisse können gespeichert und auch verglichen werden.


Die Siedler Online

| Preisträger "Bestes Browser Game"

Blue Byte GmbH, Düsseldorf
Co-Publisher Gamesload, Darmstadt

Begründung der Fachjury "Bestes Browsergame"

Die Siedler Online" ist die Browsergame-Variante der  traditionsreichen Aufbaustrategie-Serie. Ziel des Spiels ist, durch Rohstoffgewinnung, Handel und geschickte Planung eine florierende Siedlung zu errichten. Die Herausforderung liegt dabei vor allem im Beherrschen und Ausbalancieren der komplex simulierten Infrastruktur. So müssen etwa abgeholzte Wälder wieder aufgeforstet werden, und Getreide muss in der Mühle erst zu Mehl weiterverarbeitet werden, bevor es in der Bäckerei schließlich zu Brot wird. Durch das Lösen von Aufgaben lernt der User nicht nur das Spiel, sondern schaltet auch neue Gebäude und Produktionsketten frei -- er wächst also mit seinen Aufgaben. Die große Leistung von Die Siedler Online besteht darin, dass sämtliche Details dieser Spielwelt nicht -- wie bei vielen anderen Browsergames -- im Hintergrund berechnet, sondern grafisch dargestellt werden. Das Brot existiert also nicht nur als Zahl, sondern wird vor den Augen des Spielers  tatsächlich hergestellt. Die Siedler Online setzt hier technisch neue Maßstäbe und zeigt eindrucksvoll, was im Browser heutzutage möglich ist. Größter Schwachpunkt ist aus Sicht der Jury die derzeit noch sehr eingeschränkte Interaktion zwischen den Spielern. Sie können zwar miteinander chatten und handeln, aber weder Allianzen schmieden noch gegeneinander antreten. 


Tiny & Big - Grandpa's Leftover

| Preisträger "Bestes Konzept aus Nachwuchswettbewerb"

Universität Kassel/Black Pants Game Studio, Kassel

Begründung der Fachjury "Bestes Konzept aus Nachwuchswettbewerb"

Auf der Suche nach dem letzten Vermächtnis seines Großvaters, einer mysteriösen Unterhose, durchstreift der eher schüchterne Bastler Tiny Jr. eine Wüste übersät mit Ruinen einer untergegangenen Zivilisation. Seine Sandkastennemesis Big hat ihm das wertvolle Stück entwendet. Also rennt, springt, schiebt, schneidet und zieht Tiny sich durch eine frei nach seinen Wünschen veränderbare Welt. Aber wird er sein geliebtes Erbstück je zurückbekommen?
Das ungewöhnlichen Puzzle-Adventure Tiny and Big in: Grandpa‘s Leftovers überzeugte die Jury durch seine herausragende künstlerische Innovationskraft. Sowohl mit dem innovativen Game Design, der schrägen, jedem Mainstream-Geschmack trotzenden, Story und dem ungewöhnlichen visuellen Stil verlässt das Spiel ausgetretene Genre-Pfade. Die Adaption von Comic Elementen und dem durchgängigen Cartoon Look ist durchgängig gelungen.
In der Rolle des Tiny ist der Spieler mit drei einfachen Werkzeugen ausgerüstet um die Welt nahezu beliebig zu formen und umzugestalten. Er kann einen Schneidlaser verwenden, um ein Objekt nach seinen Wünschen zu modifizieren. Mit dem Greifhaken-Seil kann er Objekte an eine gewünschte Position bewegen und zusammenbinden und mit einer Rakete kann er auch schwerste Objekte bewegen. Tiny and Big eröffnet mit der Möglichkeit die „Waffen“ im Spiel nicht wie üblich destruktiv, sondern konstruktiv einzusetzen eine neue Kreativität in Computerspielen. Zudem fördert die Spielmechanik das dreidimensionale und strukturelle Denken des Spielers (Brücken bauen und Hindernisse aus dem Weg räumen). Dabei verlässt Tiny and Big klischeehafte Rollenbilder, und verfügt über einen beschwingten, skurrilen Humor, was das Spiel vor vielen Mitbewerbern auszeichnet.
Insgesamt hat die Jury das wirklich neuartige Spielprinzip in Verbindung mit der künstlerischen Innovationskraft überzeugt.